das Herz aber ist ewig.
Finde in deinem Herzen den Frühling,
in dem sich alle Jahreszeiten auflösen!
Befreie dein Herz
lass Gier, Abneigung und Dunkelheit einfach gehen!
Barmherzigkeit ist Liebe,
die keine Dankbarkeit erwartet.
Sobald wir alle Vorstellungen von uns selbst
vollkommen loslassen,
offenbart sich das wahre Selbst.
Geistige und materielle Welt
nicht als zwei betrachten,
das ist der mittlere Weg.
Ohne das Ich gibt es nichts,
was nicht der Weg wäre.
Üben heisst, sich aus
aus dem Gefängnis der eigenen Gedanken
und Vorstellungen zu befreien.
Alle Gedanken sind von Zen-Meisterin Daehaeng
aus „Wie fliessendes Wasser“

Daehaeng Keunsunim wurde als erste Tochter eines hochrangigen Offiziers der kaiserlich-koreanischen Armee in der Zeit der japanischen Besetzung Koreas geboren. Unter der japanischen Fremdherrschaft verlor die Familie ihren gesamten Besitz und wurde aus ihrem Haus vertrieben. In äußerster Armut lebte sie dann in einer Lehmhütte in der Nähe von Seoul.
Nur unter Einsatz aller Kräfte gelang es ihrer Familie, sich am Leben zu erhalten.
Obwohl Daehaeng Kunsunim damals noch ein Kind war, begann in dieser Zeit ihre Auseinandersetzung mit den grundsätzlichen Fragen des Lebens.
„Ich konnte nicht verstehen, dass es auf der Welt reiche und arme Menschen gibt. Meine eigene Lage war traurig genug, aber als ich bemerkte, dass viele andere ein genauso armseliges Leben wie ich führten, ließ mich dieser Gedanke nicht mehr los. Ich fragte mich, weshalb es mehr Arme, Hungernde und Kranke gibt als Reiche.
Warum werden wir auf dieser Welt geboren und weinen oder lachen des Geldes wegen? Welchen Sinn hat das Leben, da wir doch unter Krankheiten leiden und sterben, wenn die Zeit gekommen ist? Diese Fragen nahmen mir den Lebensmut.
Trotzdem fragte ich weiter: Wer hat mich in diese Lage gebracht? Wer hat mich geschaffen und so plötzlich bettelarm gemacht? Wäre es nicht besser, gar nicht geboren worden zu sein? Wer ist derjenige, der mich so geschaffen hat und nun hungern und leiden lässt?“

„Ich hatte niemals die Absicht, Meisterin zu werden oder die Lehre des Buddha zu verstehen, um eines Tages selbst lehren zu können. Im bedingungslosen Vertrauen zum Wahren Selbst sind mir solche Gedanken niemals in den Sinn gekommen.
Nachdem ich den Dharma, das kosmische Gesetz, erkannt hatte, wusste ich, dass Buddhas Mitgefühl und Liebe auch jemanden wie mich erreichen konnte, und ich weinte voller Dankbarkeit. Als Antwort auf solche Fürsorge und solches Mitgefühl wünsche ich, selbst wenn ich mein Leben dafür geben müsste, jedem Menschen Erleuchtung – dass jeder das Wahre Selbst finden möge.“
Nach zwölf Jahren extremer Askese in der Natur, beschloss sie, in die Welt zurückzukehren, um ihr Leben ganz den leidenden Menschen zu widmen, sie zu unterweisen und ihnen zu helfen. Zunächst ließ sie sich in einer winzigen Hütte unweit des entlegenen und halb verfallenen Bergklosters Sang-Won nieder.
Obwohl sie dort sehr zurückgezogen lebte, verbreitete sich rasch ihr Ruf, ein Mensch mit außergewöhnlich tiefer Erkenntnis zu sein, so dass immer mehr Menschen mit den unterschiedlichsten Problemen ihre Hilfe suchten. Von deren Opfergaben konnte das Sang-Won Kloster nach wenigen Jahren neu erbaut werden.
Später zog Daehaeng Kunsunim nach Anyang, wo sie 1972 das Hanmaum Seon Zentrum gründete. Noch heute lebt sie in Anyang.
Textquelle Wikipedia
Bildquellen Wikipedea und hanmaun-zen.de











